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Erste Akademie-Juniorprofessur in NRW

Wissenschaftliche Nachwuchsförderung in Kooperation mit der Universität zu Köln

Zum ersten Mal wird von der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste in Kooperation mit einer Universität eine Akademie-Professur eingerichtet.

Am 1. Juli 2018 tritt Dr. Fiorella Retucci an der Philosophischen Fakultät der Universität zu Köln die „Akademie-Juniorprofessur für Philosophie des Mittelalters unter besonderer Berücksichtigung der Wissenschaftsgeschichte und der Textedition“ an.

Die Professur wird jeweils zur Hälfte von der Akademie und der Universität zu Köln finanziert; zu ihren Aufgaben gehört gleichermaßen die universitäre Vertretung des Fachs in Forschung und Lehre wie auch die Mitarbeit im Akademie-Projekt „Averroes und die arabische, hebräische und lateinische Rezeption der aristotelischen Naturphilosophie“. Das Projekt wird geleitet von Professor Dr. Andreas Speer, Direktor des Thomas-Institutes der Universität zu Köln und Juniorprofessor Dr. David Wirmer. Die Akademie-Juniorprofessur ist zunächst auf drei Jahre befristet, mit der Option auf eine Verlängerung um weitere drei Jahre nach erfolgreicher Evaluierung.

Die Etablierung der Akademie-Juniorprofessur steht im Kontext der Weiterqualifizierungsinitiative der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften, durch die promovierten Nachwuchswissenschaftlerinnen und –wissenschaftlern sowohl die weitere Spezialisierung als auch eine breitere Qualifikation in Forschung und Lehre ermöglicht werden soll.

„Mit der ersten Akademie-Juniorprofessur wird auch in NRW diese besondere Art der wissenschaftlichen Nachwuchsförderung begründet“, begrüßt Prof. Dr. Wolfgang Löwer, Präsident der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste, diese stärkere Vernetzung zwischen Universität und Akademie.

Zur Person:

Prof. Dr. Fiorella Retucci studierte Philosophie an der Università del Salento, Lecce, wo sie 2007 in Cotutela mit der Philosophischen Fakultät der Universität zu Köln mit einer Edition zum Prokloskommentar des Berthold von Moosburg promovierte. Anschließend arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin in einem von der DFG geförderten Editionsprojekt zu Durandus von St. Pourçain am Thomas-Institut. Ab 2014 war Frau Retucci wissenschaftliche Koordinatorin eines Forschungsprojekts zu den Anfängen der scholastischen Metaphysik sowie Juniorprofessorin an der Università del Salento. Zugleich erfolgte die Habilitation in Geschichte der Philosophie.

Mit sechs Editionsbänden, zwei Herausgeberschaften und ca. 25 Aufsätzen verfügt Frau Retucci bereits über ein beachtliches wissenschaftliches Oeuvre im Bereich der mittelalterlichen Philosophie- und Wissenschaftsgeschichte. 2010 erhielt sie den Lessing-Förderpreis für Kritik der Lessing-Akademie, Wolfenbüttel, und 2011 den „Premio Mela d'oro” der Fondazione Marisa Bellisario, Rom.