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Guillelmus Petri de Godino

Die Lectura Thomasina des Guillelmus Petri de Godino (ca. 1260-1336) nimmt unter den Sentenzenkommentaren der frühen Thomistenschule eine besondere Stellung ein und besitzt einen großen Einfluss auf spätere Autoren. Seinen Namen „thomasina“ trägt der Kommentar nach dem Incipit dieser Lectura super Sententias im Codex 44 der Seminarbibliothek in Pisa: „quia in omnibus tenet cum Thoma“. Nicht nur ist Thomas für den späteren Kardinal Godinus der wichtigste Bezugspunkt und die wichtigste Quelle seines Sentenzenkommentars, er verteidigt auch Thomas gegen Angriffe und vermeintliche Inkohärenzen.
Das Thomas-Institut hat in den letzten Jahren alle Materialien (Mikrofilme, Digitalisate) gesammelt. Derzeit arbeitet Andrea Colli von der Universität Trento im Rahmen eines Horizon 2020-MSCA-Fellowships „Freedom of Teaching and Political Control: The Case of Thomas Aquinas’ Assimilation in William of Peter Godin’s Lectura Thomasina (14th c.)” am Thomas-Institut an einer Edition zum zweiten Buch (dist. 1-22) der Lectura Thomasina. Ferner arbeitet Francesca Bonini im Rahmen des Europäischen Promotionskollegs: „Philosophie: Formen und Geschichte des philosophischen Wissens“ im Verbund mit dem Dipartimento di Studi Umanistici der Università del Salento in Lecce und als Kollegiatin der a.r.t.e.s. Graduate School an der kritischen Edition des ersten Buches (Prolog und dist. 1-23) der Lectura Thomasina. Dieses Projekt findet in Kooperation mit Alessandra Beccarisi (Lecce) und Alessandro Palazzo (Trento) statt.
Die Veröffentlichung der kritischen Edition von Buch I (dist. 1-23) ist für das Jahr 2018 geplant. Buch II (dist. 1-22) soll Ende 2018/Anfang 2019 erscheinen.