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Seelenpotenzen. Vom Spätmittelalter bis in die Neuzeit – Teilprojekt: Die paradigmatische Position des Durandus von St.-Pourçain

Viele spätmittelalterliche Denker beschäftigten sich mit der Frage, ob die Seele qua Substanz oder Form Ursache ihrer Tätigkeiten sei oder ob es eine Vermittlungsinstanz zwischen Seelensubstanz bzw. -essenz und Tätigkeiten gebe, mithin Seelenpotenzen oder Fakultäten. Auch in der Neuzeit wird weiter auf Fakultäten Bezug genommen, selbst wenn die neuen metaphysischen Entwürfe dafür eigentlich keinen geeigneten Rahmen mehr darstellten. Nichtsdestotrotz oder gerade deswegen eignet sich das Problem „Seelenpotenzen“ gut, um unterschiedliche Interpretationen innerhalb derselben Metaphysik (z.B. einzige substantielle vs. mehrere substantielle Seelenformen im sogenannten Hylemorphismus) bzw. unterschiedliche Metaphysikentwürfe (z.B. Hylemorphismus vs. Dualismus vs. Materialistischer Monismus) einander gegenüberzustellen. Im Teilprojekt soll aber neben der eben erwähnten ‚makroskopischen‘ Perspektive insbesondere die Position des Durandus von St.-Pourçain untersucht werden, der in dieser Frage eine Mittelstellung zwischen Thomas von Aquin und Wilhelm von Ockham einzunehmen scheint.

(Thomas Jeschke)